IMMOBILIENKAUF IN DER TUERKEI

Die Türkei ist seit dem letzten Jahr immer wieder wirtschaftlich in Aufschwung. Ausländer können in der Türkei Immobilien erwerben. Der Immobilienkauf durch Ausländer wird  in §35 des türk. Grundbuchgesetzes geregelt. Die Voraussetzungen für Ausländer zum Immobilienerwerb in der Türkei wurden gelockert.

Sollten Sie in Zukunft einen Immobilienkauf in der Türkei in Erwägung ziehen, dann sollten Sie sich zunächst vor einer Ortsbesichtigung informieren. Aus unserer Sicht und auch als eine gesetzliche Voraussetzung seit März 2019 muss ein Wertgutachten durch eine zertifizierte Wertermittlungsfirma durchgeführt werden. Auf diese Weise können Sie über die Immobilie umfangreiche Informationen erhalten, auch von der Stadtverwaltung und vom Grundbuchamt und vergleichbare Objekte und die Quadratmeterpreise sehen. Sie informieren sich durch dieses Wertgutachten vor allem über die (wahren) Eigentumsverhältnisse und den realen Wert der Immobilie.

Sollte ein Makler eingeschaltet worden sein, sollten Sie sich die Auftragserteilung durch den Eigentümer vorlegen lassen. Es ist nicht unüblich, dass der Eigentümer gar nicht weiß, dass die Immobile durch den Makler angeboten wird! Reisen Sie zudem nicht mit Bargeld. Sie können bereits in Deutschland bei den verschiedenen türkischen Banken ein Konto bzw. Sparbuch eröffnen. In der Türkei können Sie dann über das Geld verfügen. Hat man sich von der Immobilie überzeugt und sich zum Kauf der Immobilie entschlossen, sollten auch folgende Punkte beachtet werden:

– Konsultieren Sie einen Rechtsanwalt und lassen Sie das Grundbuch hinsichtlich der Belastungen und der Wohnerlaubnis der Immobilie vorher prüfen. Auch wenn hierdurch zunächst Kosten entstehen sollten. Kaufen Sie keine Immobilie mit Belastungen, obwohl der Verkäufer die Löschung der Belastung verspricht. Vertrauen Sie nicht direkt den Zusagen eines Verkäufers bzw. Maklers und sichern Sie sich.

– In Deutschland bedürfen die Kaufverträge über Grundstücke gemäß § 311 b BGB der notariellen Beurkundung. Sitzen Sie jedoch in der Türkei vor dem Notar und schließen nur einen „Vorkaufsvertrag“ ab, so liegt darin lediglich ein Verkaufsversprechen des Verkäufers vor. Das eigentliche Geschäft vollzieht sich in der Türkei jedoch beim Grundbuchamt (!). Bei einer Erklärung vor einem Notar kann der Verkäufer ungehindert das Eigentum an einen Dritten übertragen. Eine erfolgreiche Vermittlung liegt nur dann vor, wenn Sie als Eigentümer im Grundbuch eingetragen sind.

– Machen Sie keine schriftlichen Vereinbarungen mit dem Verkäufer oder Makler über den Immobilienerwerb. Zahlen Sie auch keinen Kaufpreis oder auch eine Anzahlung auf Basis einer schriftlichen Vereinbarung, bevor Sie die Immobilien im Grundbuchamt erwerben. Die Zahlung des Kaufpreises erfolgt in der Türkei meistens in bar oder durch einen sogenannten blockierten Scheck, kurz bevor die Unterzeichnung der Beurkundung am Grundbuchamt getätigt wird.

– Benutzen Sie die neue Grundbuchtauschsystem beim Erwerb einer Immobilie und fordern Sie gegenüber dem Verkäufer dieses System zu benutzen.

– Lassen Sie im Grundbuch den realen Wert der Immobilie eintragen und was Sie tatsächlich  an den Verkäufer zahlen. Zeigen Sie den amtlichen Wert im Grundbuchamt auf und keinen geringeren Wert um weniger Steuern zu zahlen.

– Überweisen Sie den Kaufpreis nicht an einem Dritten (außerhalb der Bevollmächtigte des Verkäufers).

– Der Grundbuchbeamte überprüft nicht, ob der Kaufpreis überteuert ist. Hier gilt Vertragsfreiheit, d.h. alles was sich im rechtlichen Rahmen hält, kann vereinbart werden.

– Sind Ausländer am Immobilienkauf in der Türkei beteiligt, kann zunächst in manchen Gebieten der Türkei eine amtliche bzw. militärische Prüfung stattfinden, ob der Kauf der Immobile unter den gesetzlichen Voraussetzungen liegt und der Ausländer das Eigentum erwerben darf. Wird die Eigentumserlangung durch das Grundbuchamt bei einer späteren Überprüfung abgelehnt und Sie haben bereits die Kaufsumme bezahlt, müssen Sie den Kaufpreis möglicherweise einklagen. Hier kann ein Rücktrittsrecht vereinbart werden. Auch zu diesem Zeitpunkt sollten Sie keine Zahlungen tätigen. Die Prüfung der Zulässigkeit des Eigentumserwerbs durch das Grundbuchamt kann bis zu 2 Monate dauern. Während Sie zu dieser Zeit wieder in Deutschland sind, können Sie den Ablauf des Verfahrens nicht verfolgen. In dieser Zeit besteht somit ein großes Risiko.

– Registrieren Sie sich bei der Stadtverwaltung als Eigentümer nach dem Sie die Immobilie erworben haben.

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